Pflegehinweise

Tattoopflege

Glückwunsch! Deine Haut hat gerade ein kleines Kunstprojekt hinter sich – und sieht dabei ziemlich gut aus.


Jetzt liegt ein Teil des Ergebnisses auch in Deinen Händen: Pflege, Geduld und ein bisschen Vernunft.

Keine Sorge, Du musst Dein Tattoo weder stündlich bewachen noch ihm Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Ein paar Dinge solltest Du aber beachten.

Beachte die folgenden Schritte- Dein Tattoo wird es Dir danken!

1. Nicht mit schmutzigen Pfoten anfassen

Dein frisches Tattoo ist kein Streichelzoo. Fass es möglichst wenig und nur mit sauberen, frisch gewaschenen Händen an. Bakterien haben auf Deinem neuen Kunstwerk nichts verloren.

Nach dem Tätowieren wird die Haut mit einem Sprühpflaster geschützt. Dieses musst Du nicht entfernen oder abwaschen. Lass es einfach in Ruhe – ab dem nächsten Morgen kannst Du ganz normal mit der Pflege beginnen und dünn darübercremen.

Duschen ist erlaubt. Verwende dabei ein mildes, pH-hautneutrales Duschgel oder spare die frisch tätowierte Stelle beim Einseifen einfach aus.
Nicht schrubben und keinen Waschlappen oder Schwamm über das Tattoo ziehen.

Ab dem nächsten Morgen kannst Du Dein Tattoo mit einer geeigneten Tattoo-Pflege dünn eincremen. In der Regel reichen 2–3-mal täglich beziehungsweise immer dann, wenn sich die Haut deutlich trocken oder gespannt anfühlt.

Creme nur so viel, dass die Haut leicht gepflegt ist. Eine dicke Cremeschicht macht die Sache nicht besser.

5. Wie lange cremen?
Pflege Dein Tattoo für ungefähr 2–3 Wochen, bis die oberflächliche Heilung abgeschlossen ist und sich die Haut wieder weitgehend normal anfühlt. Wie schnell das geht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Während der Heilung kann Dein Tattoo jucken, sich schuppen oder leichte Krusten bilden. Das gehört dazu.
Nicht kratzen, knibbeln oder Hautstückchen abziehen! Was gehen möchte, geht von alleine.

Auf Badewanne, Schwimmbad, Whirlpool, See und Meer solltest Du verzichten, solange Dein Tattoo noch nicht vollständig oberflächlich abgeheilt ist.
Dein Tattoo ist Kunst – kein Unterwasserprojekt.

Während der Heilung gehören direkte Sonne und Solarium auf die Pause-Taste. Auf ein frisches Tattoo sollte auch noch keine Sonnencreme aufgetragen werden.
Nach vollständiger Abheilung schützt ein hoher Lichtschutzfaktor Dein Tattoo und hilft dabei, die Farben langfristig schön zu erhalten.

Starkes Schwitzen, Reibung und Zug können die frisch tätowierte Haut reizen. Je nach Größe und Körperstelle solltest Du intensive sportliche Belastungen in den ersten Tagen vermeiden.

Saubere, lockere und atmungsaktive Kleidung ist jetzt Dein Freund. Vermeide alles, was dauerhaft über das Tattoo reibt oder daran festkleben könnte.

Die hautenge Lieblingsjeans muss bei einem frischen Oberschenkel-Tattoo eben kurz Liebeskummer haben.

Tierhaare, Pfoten und vor allem Speichel gehören nicht an ein frisches Tattoo. So süß Dein Haustier auch schaut: Das neue Tattoo ist erstmal Sperrgebiet.

Gerade in den ersten Tagen sind saubere Bettwäsche und saubere Kleidung sinnvoll. Deine frisch tätowierte Haut wird es Dir danken.

Parfum, Peelings, aggressive Desinfektionsmittel und irgendwelche experimentellen Hausmittel haben auf Deinem Tattoo nichts verloren.
Bleib bei einer geeigneten Tattoo-Pflege – Deine Küche muss keine Apotheke werden.

Dein Tattoo kann während der Heilung zeitweise glänzen, spannen, jucken, sich pellen oder etwas blasser wirken. Keine Panik – Deine Haut arbeitet gerade.

Die oberflächliche Heilung dauert häufig etwa 2–4 Wochen. Die tieferen Hautschichten benötigen länger, bis der gesamte Heilungsprozess abgeschlossen ist.

Jede Haut heilt anders. Du bist keine Mikrowelle mit Timer.
Gib Deinem Körper und Deinem Tattoo die Zeit, die sie brauchen.

Gratuliere! Du hast dir ein Loch in den Körper stechen lassen, freiwillig!

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Pflege. Keine Sorge, Du brauchst weder einen Medizinabschluss noch Schamanenkräfte, nur ein bisschen Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen.

Beachte die folgenden Schritte- Dein Piercing wird es Dir danken!

1. Nicht mit schmutzigen Pfoten anfassen

Dein Piercing ist kein Haustier. Streicheleinheiten mit Bakterienhänden solltest Du unbedingt vermeiden. Vor der Pflege: Hände waschen!

Mit einer milden Kochsalzlösung (0,9 %) oder spezieller Piercingpflege. Nicht mit Vodka, auch wenn’s verlockend klingt. Es wird empfohlen, zusätzlich Prontolind Gel äußerlich aufzutragen.

Früher hieß es „immer schön drehen“, heute sagt man „Finger weg!“

Lass Dein Piercing atmen, es braucht keine Decke zum Schlafen.

Dusche ist okay. Schaumbad, Pool, See, Güllegrube, lieber nicht.
(Es sei denn, du willst Dein Piercing in ein Biotop verwandeln.)

So süß sie auch sind, lass Dein Haustier nicht mit Deinem Piercing kuscheln.

Enge Klamotten wie hohe Hosen, zu enge oder zu lockere BHs mit Piercingkontakt bringen Dir alles andere als Freude. Reibung ist nur beim Lagerfeuer romantisch.

Ja, das sieht heiß aus, aber Bakterien sind wie nervige Ex-Partner: „Sie tauchen überall auf und machen Stress“.

Genug Schlaf, Wasser und keine durchzechten Nächte mit Currywurst um 3 Uhr morgens – Dein Immunsystem will keine Challenge.

Hitze + Schweiß + UV-Strahlen = Stressfaktor 3000 für Dein frisches Körperkunstwerk.

Halte Make-up, Haarspray, Cremes, Seife & Shampoo vom Piercing fern, es will heilen, nicht an einem Beauty-Wettbewerb teilnehmen.

Schlafen auf dem frischen Piercing ist wie mit einem Kaktus kuscheln: Bringt nichts als Schmerz.

Verzichte in den ersten 7 Tage auf Milchprodukte, säurehaltige und scharfe Speisen, Alkohol, Nikotin und koffeinhaltige Getränke. Gib deinem neuen Mitbewohner eine Erholungschance.

Ein Piercing heilt nicht über Nacht. Gib ihm Liebe, Zeit und gelegentlich ein anerkennendes Nicken im Spiegel.

Abheilzeit verschiedener Piercing-Arten:

Ohrknorpel : 3-6 Monate oder sogar länger
Ohrläppchen: 4–8 Wochen
Nasenpiercing: 2–4 Monate
Lippenpiercing: 4–6 Wochen
Zungenpiercing: 3–5 Wochen
Bauchnabelpiercing: 3–12 Monate
Surface: 3–12 Monate
Intimbereich: 2 Wochen bis 6 Monate
Nippelpiercing’s: 6 bis 12 Monate

Jede/r heilt anders, Du bist keine Mikrowelle mit Timer.
Gib Dir und Deinem Piercing Zeit.

Wann sollte mein Piercing gekürzt werden ?

Bei vielen Piercings wird als Erstschmuck bewusst ein etwas längerer Stecker oder Stab eingesetzt. So bleibt genügend Platz für die anfängliche Schwellung.

Sobald die Schwellung ausreichend zurückgegangen ist, kann kontrolliert werden, ob der Schmuck gekürzt werden sollte. Ein zu langer Schmuck kann sich stärker bewegen, leichter hängen bleiben und das Piercing dadurch unnötig reizen.

Als ungefähre Richtwerte für eine Kontrolle kannst du dich an folgenden Zeiträumen orientieren:

Ohr
PiercingKontrolle / Kürzen
Anti-Tragus ca. 8–12 Wochen
Conchca. 6–8 Wochen
Daithnormalerweise kein klassisches Downsizing
Forward Helixca. 6–10 Wochen
Flatca. 6–8 Wochen
Helixca. 6–8 Wochen
Industrialca. 8–12 Wochen
Lobeca. 6–8 Wochen
Orbitalnormalerweise kein klassisches Downsizing
Rooknormalerweise kein klassisches Downsizing
Shen Menje nach Platzierung wie entsprechendes Ohrknorpelpiercing
Tragusca. 6–10 Wochen
Nase
PiercingKontrolle / Kürzen
Bridgeca. 6–8 Wochen
Nostrilca. 6–8 Wochen
Septum

normalerweise kein klassisches Downsizing

Mund
PiercingKontrolle / Kürzen
Ashleyca. 4–6 Wochen
Canine Bitesca. 4–6 Wochen
Cheeksindividuell / mehrere Anpassungen
Dahlia Bitesindividuell / häufig mehrere Anpassungen
Eskimo / Vertical Labretca. 4–6 Wochen
Labretca. 4–6 Wochen
Laneindividuell je nach Platzierung
Madonnaca. 4–6 Wochen
Medusaca. 4–6 Wochen
Smileynormalerweise kein klassisches Downsizing
Snake Bitesca. 4–6 Wochen
Kitty Bitesca. 4–6 Wochen
Venomca. 2-3 Wochen
Viper Bitesca. 4–6 Wochen
Zungeca. 2  Wochen
Horizontal Lipca. 4–6 Wochen
Snake Eyesindividuell
Sonstiges
PiercingKontrolle / Kürzen
Augenbraueca. 6–8 Wochen
Surfacenormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Bauchnabelnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Brustwarze  normalerweise kein routinemäßiges Downsizing

 

Vulva
PiercingKontrolle / Kürzen
Äußere Schamlippenormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Innere Schamlippenormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Christinanormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Klitorisvorhautnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Fourchetteindividuell
Trianglenormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Nefertitiindividuell
Prinzessin Albertinaindividuell
Klitorisindividuell
Isabellaindividuell
Penis
PiercingKontrolle / Kürzen
Dydoeindividuell
Pubicnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Frenulum / Frenumnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Hafadanormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Oetangindividuell
Prinz Albertnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Reverse Prinz Albertnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Ampallangnormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Apadravyanormalerweise kein routinemäßiges Downsizing
Guichenormalerweise kein routinemäßiges Downsizing

Wichtig

Die angegebenen Zeiten sind Richtwerte für eine Kontrolle und bedeuten nicht automatisch, dass dein Schmuck zu diesem Zeitpunkt gekürzt werden muss.

Jeder Körper heilt unterschiedlich. Gerade Knorpelpiercings können etwas hartnäckiger sein und länger geschwollen oder empfindlich bleiben. In diesem Fall lassen wir dem Piercing lieber noch etwas Zeit, anstatt den Schmuck zu früh zu kürzen.

Andererseits sollte deutlich zu langer Schmuck nach dem Abschwellen auch nicht unnötig lange getragen werden, da zusätzliche Bewegung, Druck oder Hängenbleiben die weitere Heilung beeinträchtigen können.

Komm deshalb zum entsprechenden Zeitpunkt einfach kurz bei mir vorbei. Ich kontrolliere dein Piercing und wir schauen gemeinsam, ob es bereits problemlos gekürzt werden kann oder ob wir noch etwas warten sollten.

Bitte wechsle oder kürze den Erstschmuck während der Heilungsphase nicht selbst.

Probleme mit dem Piercing !

Situationsempfehlung

Normale Heilung 

Sterile NaCl 0,9 % zur Reinigung, Schmuck möglichst nicht bewegen.

NaCl 0,9 %, Druck und Bewegung vermeiden, Sitz und Material des Schmucks kontrollieren.

Mit NaCl bzw. beim Duschen aufweichen und vorsichtig außen entfernen. Nicht abkratzen oder den Schmuck zum Reinigen drehen.

Bei leichten Entzündungszeichen kann Betaisodona® Lösung zur antiseptischen Behandlung angewendet werden. Laut Gebrauchsinformation ist eine Anwendung ein- bis mehrmals täglich möglich. Bei leichten Beschwerden reicht in der Regel eine sparsame Anwendung 1× täglich aus.

Die Anwendung kann fortgeführt werden, solange noch Entzündungszeichen bestehen. Sollte nach spätestens 5 Tagen keine deutliche Besserung erkennbar sein, wende dich bitte an deinen Piercer.

Verdacht auf stärkere Infektion → ärztliche Abklärung; nicht ausschließlich selbst antiseptisch behandeln.

Zeitnah medizinisch abklären lassen

Was tun bei

Piercing-Bump

          Bei einem typischen Piercing-Bump am Knorpel

           Ich würde vor allem die Ursache der dauernden Reizung beseitigen:

  • Druck konsequent vermeiden, insbesondere nicht auf dem Ohr schlafen. Schon Schlafdruck kann bei Knorpelpiercings den Stichkanal reizen und sogar dessen Winkel verändern. Ein Reisekissen/Ohrkissen kann helfen.
  • Schmuck kontrollieren: Material, Länge und Winkel. Ein zu langer Stab bewegt sich ständig, ein zu kurzer erzeugt Druck. Ein fachgerechtes Downsizing kann deshalb enorm wichtig sein.
  • Sterile NaCl 0,9 % verwenden und ansonsten möglichst in Ruhe lassen.
  • Schmuck nicht drehen, hochdrücken oder hin- und herschieben.
  • Keine selbstgemischte konzentrierte Salzlösung, Teebaumöl, Alkohol, Wasserstoffperoxid etc. – zusätzliche Reizung kann genau das Problem aufrechterhalten.
Wann geht Piercing-Bump weg?

Typische Piercingstellen               Bump beginnt kleiner zu werden

Nase (Nostril)                                        2–4 Wochen

Ohrläppchen                                          1–2 Wochen

Knorpel (Helix/Tragus)                    4–8 Wochen

Bauchnabel                                            4–6 Wochen

Lippe / Mundbereich                         2–3 Wochen

Augenbraue                                            3–4 Wochen

Wildfleisch

Bleibt überschießendes Gewebe trotz optimalem Schmuck, konsequenter Druckentlastung und schonender Pflege bestehen oder wird es zunehmend größer, sollte es ärztlich beurteilt werden.

Je nach Ursache und Befund gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise eine gezielte Behandlung mit Silbernitrat, Kryotherapie (Vereisung) oder andere dermatologische Verfahren.

Wende dich hierfür am besten an einen Hautarzt (Dermatologen). Bei ausgeprägten Veränderungen im Bereich des Ohrknorpels kann auch ein HNO-Arzt der richtige Ansprechpartner sein.

Bitte versuche nicht, das Gewebe selbst mit aggressiven Mitteln wie Wasserstoffperoxid oder anderen ätzenden Substanzen zu entfernen.

Piercing-Bump vs Wildfleisch ect.